Feuerlöscher und Fettbrand

Am Freitag, 24.05.2019 lud die Feuerwehr Grafenkirchen die Bevölkerung zu ihrem Übungsabend ein.

Ziel war es den richtigen Umgang mit Feuerlöschern und das Löschen eines Fettbrandes  zu vermitteln.

Zu Beginn wurde von Kdt. Brunner das Thema Feuerlöscher behandelt.

Ein Feuerlöscher ist ein Kleinlöschgerät, was zur Bekämpfung von Entstehungsbränden bzw. Kleinbränden geeignet ist.

Nicht jeder Feuerlöscher ist für jeden Brand geeignet.  Die Eignung sieht man durch die am Feuerlöscher aufgebrachten Brandklassen.

Brandklasse A ist für feste glutbildende Stoffe ( z.B. Holz)

Brandklasse B ist für brennende Flüssigkeiten

Brandklasse C ist für brennende Gase

Brandklasse D ist für brennende Metalle

Brandklasse F ist für brennende Fette bzw. Öle ( Diese Brandklasse wurde im Januar 2005 eingeführt.)

 

Ein Feuerlöscher wird noch nach der Art des Löschmittels und nach der Funktion unterschieden.

Löschmittel:

Wasserlöscher

Schaumlöscher

Pulverlöscher

Gaslöscher (CO²-Löscher)

Fettbrandlöscher

 

Funktion:

Dauerdrucklöscher

Aufladelöscher mit innenliegender Treibgasflasche

Aufladelöscher mit außenliegender Treibgasflasche

Gaslöscher

 

Ein Feuerlöscher ist alle 2 Jahre  ( bei besonderen Orten jährlich ) von einer Fachfirma zu prüfen. Ein Aufladelöscher muss spätestens nach 25 Jahren ,ein Dauerdrucklöscher nach 20 Jahren ausgetauscht werden.

 

 

Auf dem Aufdruck vom Feurlöscher kann man das Gewicht, für welche Brandklassen der Feuerlöscher geeignet ist und welches Löschmittel er enthält, ablesen. Desweiteren sind die Leistungsgrenzen, die Bedienung und Sicherheitshinweise von dem Auftdruck zu entnehmen.

Das nächste Thema Fettbrand wurde von Jugendwart Ruhland Kevin vermittelt.


Von einem Fettbrand ,so Ruhland,  wird in der Regel dann gesprochen, wenn Speisefette oder Speiseöle über ihren Brennpunkt hinaus erhitzt werden und es so zu einem Brand kommt. Zu diesen Bränden kommt es vergleichsweise häufig in Großküchen oder auch in Küchen in privaten Haushalten. Was viele nicht wissen, ist dass sich Fette und Öle im Gegensatz zu anderen brennbaren Flüssigkeiten, die in der Regel eine Zündquelle benötigen um in Brand zu geraten, im hocherhitzten Zustand selbst entzünden können.
Aus genau diesem Grund gelten beispielsweise für elektrische Fritteusen im gewerblichen Gebrauch besondere Vorschriften. Eine entsprechende Norm sieht hier vor, dass die Öltemperatur nicht über 230 °C ansteigen darf, um das nicht unerhebliche Risiko einer Fettüberhitzung und einem daraus resultierenden Fettbrand zu minimieren.

 

Was macht den Fettbrand so gefährlich?

 

Wie explosiv heißes Öl sein kann, hat wohl fast jeder schon einmal erlebt, wenn ein Tropfen Wasser in einen Topf oder eine Pfanne mit heißem Öl oder Fett gerät. Fett fängt bei ca. 300 Grad an zu brennen, so dass ein Fettbrand von sich aus schon extrem heiß ist. Damit ist es natürlich auch heißer als siedendes Wasser, worin seine eigentliche Gefahr liegt. Versucht man nämlich die ersten Flammen mit Wasser zu löschen passiert Folgendes:

 

Das zugegebene Wasser verdampft schlagartig, wodurch das brennende Fett mit dem Wasserdampf aus dem Behälter geschleudert wird. Hierbei kommt es fein verteilt in Form von tausenden kleinsten Tröpfchen mit dem Sauerstoff der Luft in Berührung. Die Flüssigkeitsoberfläche des verbrennenden Fettes ist eigentlich recht gering, wird aber durch den entstehenden Wasserdampf aufgerissen und in feinste Tröpfchen zerteilt. Zuerst entzünden sich die feinsten Tröpfchen und heizen ihre Umgebung sowie die benachbarten Fetttropfen auf und steigen mit der erhitzten Luft in die Höhe.
Dadurch entsteht eine regelrechte Feuersäule über der Brandstelle, die sich zu einem Pilz formt – dies wird als Fettexplosion bezeichnet.

 

Dabei ist zu beachten, dass bereits geringe Wassermengen ausreichend sind, um eine Fettexplosion zu verursachen. So verdampft ein Liter Wasser beispielsweise explosionsartig zu 1700 Liter Wasserdampf.
Das Phänomen der Fettexplosion kann übrigens auch bei anderen Stoffen, wie zum Beispiel erhitztem Wachs (Wachsexplosion) auftreten.

 

Diese Gefährlichkeit eines Fettbrandes wurden den anwesenden Personen auch vorgeführt.

Einen Fettbrand  löscht mann am Besten, wenn man auf dem brennenden Topf den dazugehörigen Deckel darauf setzt. Durch den fehlenden Sauerstoff erlischt der Brand dann von selbst.

Sollte man z.B. bei einer Pfanne keinen Deckel haben, kann man den Fettbrand auch Mithilfe einer Löschdecke, die für Fettbrand geeignet ist, löschen. Aber Achtung, nicht jede Löschdecke ist für Fettbrand geeignet.

Auch das Löschen mit einer Löschdecke wurde von Ruhland Kevin vorgeführt.

 

Am Ende des Übungsabend´s konnten die Kinder noch mit der Kübelspritze "Flammen" umspritzen, oder sich mit der Handhabung des  Übungslöscher´s versuchen.